Tagebuch

Lebensfreund

Rosenstrauch

Lebensfreunde

soll es richtig heissen, nicht Lebensfreund. Eh klar. Freundschaften waren und sind mir wichtig in meinem Leben. Immer schon gewesen. Das kenne ich schon von meinen Eltern. Wir waren vier Kinder und in unserem Haus lebten immer Menschen, die zu Freunden wurden.Das war in meiner Kindheit ganz normal, da gab es nicht so viele Wohnungen zu mieten wie heute. Es war immer was los. Verwandte besuchten uns oft am Sonntag oder wir gingen spazieren mit den Freunden meiner Eltern  und deren Kinder. Es wurde eingekehrt und gegessen und getrunken. Mir hat das sehr gefallen. Der Alltag war unterbrochen, viel gelacht wurde auch. Eine einzige Freundschaft meiner Eltern ist ist in die Brüche gegangen in diesen langen Jahren.

Meine Freunde

Ich glaube, daß man viele Dinge aus dem Elternhaus übernimmt. So haben auch mein Mann und ich schon lange, lebenslange Freundschaften. Natürlich gab es auch Veränderungen, doch die meisten Lebensfreunde sind noch da. Obwohl ich/wir uns nicht unbedingt regelmäßig sehen, tut das der Verbundenheit keinen Abbruch.

Rückblick

Wir waren drei Freundespaare und haben die halbe Welt bereist. Ist schon eine Weile her. Kalifornien, Kanada, Südafrika, Florida,Tobago, Malediven usw. Schifahren in Österreich. So viel Lachen und Freude. Jahrelang. Kein Streit, kein böses Wort. Silvester haben wir so oft zusammen gefeiert, kein Geburtstag wurde ausgelassen. Doch dann gab es plötzlich eine neue Liebe und eine Scheidung. Peng und auch das zweite Paar trennte sich. Ich war echt traurig, weil ich die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe damals. Ich wußte, daß diese Art des Reisens vorbei war.

Lebensfreund oder Lebensfreunde

Jede(r) weiß, daß einer zurückbleibt, man ist nie gleich gut befreundet mit beiden. Meistens jedenfalls. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das verdaut habe. Und ja, eine Person ist geblieben als Freund oder Freundin aus dieser schönen Zeit. Der oder die neue Partnerin wurde auch akzeptiert und integriert. Das sind nun Freundschaften, wo ich nichts dazu tun konnte um das zu verhindern.

Die Bilanz

Ich persönlich habe drei Menschen in meinem Leben die Freundschaft gekündigt, nach 20 und mehr  Jahren.Dabei tu ich mir so schwer mit loslassen. Ich bin niemanden böse, wünsche immer alles Gute in Gedanken. Damals war ich sehr betroffen, doch die Entscheidung fühlt sich auch heute noch richtig an. Umso mehr freut es mich, daß Freunde sich immer wieder melden oder uns besuchen. Wenn die Hochzeit der Kinder statt findet und wir eingeladen sind oder so manche Taufe statt findet. Ich weiß, viele finden das in der Familie, doch ich will, daß Freunde zu meinem Leben gehören. Alle Freunde können von mir erwarten, daß ich auch für sie da bin. Jetzt bin ich eben aus Ibiza zurückgekommen, wo eine Hochzeit gefeiert wurde. Von der Tochter der Freunde. Das ist sehr schön, wenn man so gerne gesehen ist und eingeladen wurde. Gabi

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6 Kommentare

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    Antworten
    Sabiene
    13. Juli 2017 at 21:58

    Ich bin bereits als Kind sehr viel umgezogen, einmal von Hamburg nach Rosenheim – da ist es schwer, Freundschaften zu erhalten. Mein Mann gehört zu den wenigen Menschen, die ich schon aus Schulzeiten kenne. Das ist schon manchmal seltsam. Dafür schätze ich die Freundschaften, die ich als Erwachsene schließen konnte sehr. Es gibt einige sehr wichtige Menschen in meinem Leben und das ist schön so
    LG Sabienes

    • Gabi Wenger
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      Gabi Wenger
      14. Juli 2017 at 11:52

      Ja, wie das Leben halt so spielt. Meine langjährigste Freundin ist schon mit mir zur Volksschule gegangen. Ich bin halt nicht so oft umgezogen. Jetzt tu ich mir eher schwer, neue Freundschaften zu schließen. Trotzdem begegnet man manchmal Menschen, die man gerne mag. Wir kennen uns ja nicht persönlich, aber Du bist mir sehr sympathisch. Dein Humor usw. Lg. Gabi

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    Ingrid Staufer
    14. Juli 2017 at 6:41

    Freunde sind auch Familie. Es gibt aber auch unverbindliche. Freunde zu denen man sich bekennt und Freunde die man unter Verschluss hält. Wie auch immer. Man kann eben nicht mit allen gleich und da ist es dann schön jemanden zu haben, der wertfrei ist, sich trotzdem nicht ausgeschlossen fühlt oder auf beleidigte Leberwurscht weil er nicht mittendrin ist. Mit dem man Dinge besprechen und erleben kann, die für andere zu banal, zu kostspielig oder sogar zu doof sind. Einige meiner Freundschaften haben meiner Ungeduld und meinem Wissensdrang nicht standgehalten. Stehenbleiben ist eben nicht meins, oder ist es normal, sich ab vierzig zu sagen: So genug, ich habe genug gelernt, ich habe genug geliebt, ich habe genug gearbeitet und jetzt ist Schluss!
    Schluss ist für mich, wenn ich zwei Meter unter der Erd lieg.
    lg ingrid

    • Gabi Wenger
      Antworten
      Gabi Wenger
      14. Juli 2017 at 11:54

      Du bist ja meistens – im Gegensatz zur mir – sehr konsequent. Hast aber schon recht. Lg. Gabi

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    Edith
    16. Juli 2017 at 17:16

    Man braucht Freunde, auch wenn sich alles ändert, auch wenn es nicht viele sind…
    Ich habe 2, einen Freund seit ich 16 war und eine Freundin seit ich 20 war…
    Freundin und ich haben unendlich viel miteinander erlebt, viel gelacht und auch geweint in zig Jahren ,Kinder bekommen, die haben jetzt selbst Kinder. Haben uns besucht, geschrieben und viel telefoniert in fast 50 Jahren.
    Der Freund, gleich alt und groß wie ich, gleicher Beruf wie ich, er aus Wien, ich von da. Im Kupferpfandl /Attersee hat mir Robert von den Songs die Texte erklärt, wie Azzuro und sitting on the dock of the bay ! Manchmal haben wir uns gesehen, oft telefoniert, oft geschrieben. Ohne Geburtstags-, oder Weihnachtskarte von Robert ging gar nicht.
    Letztes Jahr ist Robert einfach gestorben, weg, nie mehr Post von ihm, nie mehr mit ihm telefonieren, ihn nicht mehr treffen! Das tut so weh! Ich verstehe es nicht, immer noch nicht!
    Nun habe ich nur mehr meine gute alte Freundin, aber auch sie ist so weit weg, zieht sogar nach Djerba, dann werde ich noch weniger von ihr sehen oder hören. denn, was dazu kommt, wir beide wurden schwerfälliger, langsamer, haben mit der heutigen Technik unsere Probleme, da fällt nicht mehr alles leicht. Aber ohne die beiden hätte ich mir mein Leben nicht vorstellen können!
    Was wäre das alles ohne diese Freunde?

    • Gabi Wenger
      Antworten
      Gabi Wenger
      19. Juli 2017 at 8:34

      Vor kurzem hat uns nach langer Zeit ein Freund besucht, da bin ich ganz erschrocken, weil er mir plötzlich so alt und müde vorkam. Dann habe ich auch gedacht, es bleibt nicht immer so wie wir es gerne hätten. Wenn ein Freund stirbt, ist das schon sehr traurig. Man schließt nicht mehr so viele neue Freundschaften und die gewesenen kann man nicht ersetzen.

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